Gedichte

Für einen Freund

das rauschen von meer im kopf deine stimme und die jahre mit dir die müden augen über von fragen doch eine antwort wussten wir nicht © Ralph Jenders, 2026

Dezember Blues

der himmel weint in die tage der regen fällt auf mein leben die stille lärmt in den nächten der frühe nebel trübt meine gedanken die welt ist so lärmend im augenblick schnee fehlt mir der ruhe gibt dieser winter wird eine lange reise wo ist ein anfang wo ein ende © Ralph Jenders, 2026

Wolken

wie wolken gleiten die tage dahin viele wege schon so oft gegangen an dunklen tagen in hellen nächten immer bleibt ein stück ich zurück die suche nach dem du hat keinen anfang kennt kein ende © Ralph Jenders, 2026

November

blatt für blatt ein gedicht nur die worte wechseln die farbe das sind die geschichten die das leben schreibt © Ralph Jenders, 2026

In dieser Zeit

in dieser zeit ist ein regen kein regen in dieser zeit ist eine heimat keine heimat in dieser zeit ist ein tod kein tod in dieser zeit jedoch bleibt eine hoffnung die hoffnung © Ralph Jenders, 2026

Unterwegs II

auf halber strecke angekommen kein zu hause kein du friedlos umherirrend vagabundierend ziellos von ort zu ort nomade ich © Ralph Jenders, 2026

Ortswechsel

ich reise von mir fort ziehe endgültig aus aus mir mache platz schaffe raum innerstes zu sofort zu vermieten! gespannt warte ich auf den ersten interessenten © Ralph Jenders, 2026

Stadt vor Flusslandschaft

(Auszug) da war noch der sturmlauf gegen den abriss der vergangenheit  bagger rollten wie panzer durch die straßen von e. häuser zerfielen straßenzüge wurden zum entgleisen gebracht und uns blieb die hoffnung auf ein umdenken © Ralph Jenders; aus ‚Jazz‘, 2020

Berlin, Hotel

unter den linden tropft der regen auf die stadt schirme (in allen farben) laufen wild durcheinander zimmer 205 – mit ausblick auf das leben © Ralph Jenders; aus ‚Jazz‘, 2020

Wenn einer gehen muss

(für O.H.) wenn einer wie er gehen muss öffnet sich ein fenster und ein dunkel fällt ins licht für einen unendlichen augenblick macht es unsere welt grau aber nicht für immer © Ralph Jenders; aus ‚Jazz‘, 2020

Gefrorene Zeit

(für Esbjörn Svensson) ein letzter ton steht im raum hallt lange noch nach gefriert in der zeit und bleibt © Ralph Jenders; aus ‚Jazz‘, 2020